Kultur Das Aktionskomitee Schwyz Kultur sieht Handlungsbedarf in Sachen Kulturräume. Nun sollen politische Vorstösse lanciert werden.

In welcher Weise fördern Gemeinden und Bezirke Kultur? Welche Immobilien, die für kulturelle Veranstaltungen nutzbar sind, besitzen Gemeinden und Bezirke? Und wurden die Behörden schon von Kulturschaffenden oder Veranstaltern betreffend nutzbaren Kulturraum angefragt? Dieses sind einige der Fragen, welche das Aktionskomitee Schwyz Kultur den Gemeinden zugestellt hat.

Das Komitee trat in Aktion, weil Kulturschaffende an Gesprächen an runden Kulturtischen angaben, es fehle an Kulturräumen und dort, wo es sie gebe, seien oft die Mietpreise zu hoch. Solche Räume können eine Aula, ein Gemeindesaal, eine Turnhalle mit Bühne, ein Theatersaal, ein Konzertort oder ein Ausstellungsraum sein.

In zehn Prozent der Gemeinden gibt es keine Kulturräume

Gesucht werden von Kunstschaffenden Räumlichkeiten für Musikveranstaltungen, für bildende Kunst, für Theater, Lesungen oder als Austragungsort für Kleinkunst. Die Auswertung zeigt nun, dass rund zwei Drittel der Schwyzer Gemeinden und Bezirke sich in irgendeiner Form an Immobilien beteiligen, welche für kulturelle Veranstaltungen genutzt werden. Die Umfrage zeigt auch auf, dass in rund zehn Prozent der Gemeinden keine Kulturräume vorhanden sind.

Über zwei Drittel der Schwyzer Gemeinden und Bezirke besitzen auch kein öffentliches Inventar von Kulturräumen. Eine weitere Erkenntnis: Die vorhandenen Kulturräume werden grösstenteils stark genutzt. Wegen dieser starken Nutzung habe ein Umfrageteilnehmer in seiner Antwort sinngemäss verlauten lassen, dass die Objekte quasi ständig belegt seien, steht in der Pressemitteilung des Aktionskomitees Schwyz Kultur. Daher wolle man nicht, dass die Objekte noch weiter beworben würden, und deshalb wünschte man sich keine Veröffentlichung der Angaben.

Laut Aktionskomitee besteht Nachholbedarf

Ein anderer Umfrageteilnehmer wünschte ebenfalls keine Veröffentlichung der Antworten, diesmal aber aus finanziellen Aspekten: Man wolle nicht den Eindruck erwecken, dass die Gemeinde oder der Bezirk grosszügig Geld verteile. Aus Sicht des Aktionskomitees zeigen diese und weitere Äusserungen auf, dass im Kanton Schwyz Nachholbedarf im Bereich Kulturräume besteht und dass mit einer aktiven Kulturpolitik Verbesserungen erzielt werden können.

Dem Aktionskomitee geht nach der Auswertung der Umfrage die Arbeit weiterhin nicht aus. Es prüft zurzeit politische Forderungen. Zusammen mit den Betroffenen, den politischen Parteien und den weiteren Interessenverbänden werden nun konkrete politische Vorstösse lanciert. Dies soll noch dieses Jahr geschehen.

 

Bote der Urschweiz
02. Juli 2019, SILVIA CAMENZIND

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